Spiel für Spiel ohne Grenzen?

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Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von Baumstamm » 20.07.2017, 11:47

Servus Leutchen,

hab heute ein Problem der andere Art. Unsere Gemeinde möchte ein Spiel ohne Grenzen veranstalten, dabei sollen alle Gemeindeverein ihre Sportart bzw. Verein repräsentieren.
Stationen wie in etwa z.B. Eisstockziel werfen (Eisstock), Torwandschießen (Fußball), Lasergewehrschießen (Schützenverein), Früchte erraten (Gartenbauverein), Ballbalance auf Schläger (Tischtennis) etc.
Alles eine tolle Idee, aber wie kann man Judo präsentieren? Kann mir irgendwer helfen, mir fällt absolut nicht ein. Vielleicht Geschicklichkeitsspiel mit Eßstäbchen oder sowas, hat aber mit Judo so gar nichts zu tun. (Soll als Einzelwettbewerb gemacht werden mit versch. Altersklassen also Kinder, Ältere, Senioren, Junggebliebene oder ähnliches)
Also bin für Ideen immer aufgeschlossen. Der Erlös wird caritativ gespendet, also ist ein mitmachen sehr erwünschenswert.
Ein Baumstamm wird nicht gefällt, indem Mann dagegen läuft, dazu braucht Mann Kuzushi, Tsukuri, Kake, oder notfalls eine Axt.

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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von Patrick-Oliver » 20.07.2017, 12:16

Konzept Uke/Tori vorstellen.
Vertrauensübungen wie z.B. "Uke schließt als Baumstamm die Augen und kippt in die Richtung, in die er von Tori angetippt wird. Tori fängt Uke auf!".
Oder De-Ashi Barai üben, bei dem Uke wie eine Rüttelmaschine immer wieder auf und ab hüpft und Tori den "richtigen Moment" erfühlen soll (Uchi-komi).
Oder nebeneinander im "Kumpelgriff" (gegengleicher Griff, Tori hat Griff unten, beide blicken in die selbe Richtung und laufen nebeneinander) abwechselnd O-goshi/Koshi-guruma üben (Uchi-komi).
Oder "Großer Adler, kleines Kücken, Spiegelei" - alle Teilnehmer stehen auf der Matte im Kreis. Bei der Ansage "Großer Adler" machen sich alle ganz groß, bei "Kleines Kücken" ganz klein und bei "Spiegelei" wir eine rückwärts Fallschule gemacht. Für die Kleinsten ganz nett.

Viel Erfolg ;-)

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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von s.Olli » 20.07.2017, 12:19

Bereitwillige Uke aus eurem Verein setzte ich mal voraus: Ihr könntet Kuzushi "als Vorbereitung für O-Soto-Otoshi" demonstrieren, was eigentlich jeder relativ gefahrlos nachmachen kann (auch ohne Judo-Gi). Neben jedem Uke braucht ihr natürlich ein geschultes Auge, das die ganze Sache bewertet bzw. in die richtige Bahn lenkt. Für eure Veranstaltung könnte ich mir sogar vorstellen, jeweils gutes Kuzushi innerhalb einer vorgegebenen Zeit zu zählen - wenn ihr das wollt oder eine solche Bewertung braucht. Anzuraten wäre natürlich, dass ihr im Voraus den Sinn des Kuzushi von Tori an Uke in Verbindung mit Tsukuri und Kake beim O-Soto-Otoshi mit qualifizierter Ukemi von Uke erklärt und demonstriert. Wenn ihr dabei auch auf die Werte des Judo eingeht, wird sicherlich jeder verstehen, warum er als "noch" Nicht-Judoka nicht werfen, sondern nur Kuzushi üben soll; dabei aber sicherlich gut erkennen wird, wie erfolgreich eine gut vorbereitete Technik sein kann.

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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von s.Olli » 20.07.2017, 12:27

Patrick-Oliver hat geschrieben:
20.07.2017, 12:16
Konzept Uke/Tori vorstellen.
Vertrauensübungen wie z.B. "Uke schließt als Baumstamm die Augen und kippt in die Richtung, in die er von Tori angetippt wird. Tori fängt Uke auf!".
Oder De-Ashi Barai üben, bei dem Uke wie eine Rüttelmaschine immer wieder auf und ab hüpft und Tori den "richtigen Moment" erfühlen soll (Uchi-komi).
Oder nebeneinander im "Kumpelgriff" (gegengleicher Griff, Tori hat Griff unten, beide blicken in die selbe Richtung und laufen nebeneinander) abwechselnd O-goshi/Koshi-guruma üben (Uchi-komi).
Oder "Großer Adler, kleines Kücken, Spiegelei" - alle Teilnehmer stehen auf der Matte im Kreis. Bei der Ansage "Großer Adler" machen sich alle ganz groß, bei "Kleines Kücken" ganz klein und bei "Spiegelei" wir eine rückwärts Fallschule gemacht. Für die Kleinsten ganz nett.

Viel Erfolg ;-)
Das ist sehr wahrscheinlich ganz toll und sieht auch interessant aus, wenn Judoka sich vorstellen und etwas über ihren Sport zeigen. Wenn aber auch "noch" Nicht-Judoka aktiv mit einbezogen werden sollen, was bei dieser Veranstaltung vermutlich gewünscht wird, muss ein anderes Konzept her. Ich bin gespannt, welche Anreize hier noch gegeben werden. Ideengeber müsste es in diesem Portal genug geben ...

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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von Patrick-Oliver » 20.07.2017, 12:34

@s.Olli - die von mir genannten Übungen mache ich mit Anfängern ab 5 Jahren beim ersten Training.

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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von s.Olli » 20.07.2017, 12:40

Patrick-Oliver hat geschrieben:
20.07.2017, 12:34
@s.Olli - die von mir genannten Übungen mache ich mit Anfängern ab 5 Jahren beim ersten Training.
Das glaub ich dir sofort und da spricht ja auch nichts dagegen, doch ich denke, ... für eine Veranstaltung, wo deutlich mehr Nicht-Judoka als Judoka anwesend sind (wie sie hier offensichtlich geplant wird), werden andere Kriterien maßgebend als in einem Anfängertraining. Vielleicht erfahren wir ja irgendwann mehr über das Event ... ;)

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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von Baumstamm » 20.07.2017, 13:16

Danke erstmal.
Aber das trifft das ganze nicht. Es soll sozusagen ein Wettbewerb mit Punktewertung werden. Ich kann ja nicht sagen ich mach Juji-shime und wer als letzter abklatscht gewinnt. :rofl
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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von s.Olli » 20.07.2017, 13:23

Baumstamm hat geschrieben:
20.07.2017, 13:16
Danke erstmal.
Aber das trifft das ganze nicht. Es soll sozusagen ein Wettbewerb mit Punktewertung werden. Ich kann ja nicht sagen ich mach Juji-shime und wer als letzter abklatscht gewinnt. :rofl
Das dachte ich mir, ... genau deshalb hab ich dir "passend zu deiner Signatur" vorgeschlagen Kuzushi auf Zeit zu machen. Das lässt sich prima zählen und erscheint mir für jeden machbar zu sein.

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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von Patrick-Oliver » 20.07.2017, 14:48

Stellt ein paar Judokas in unterschiedlichen Größen/Alter/Gewicht aus dem Verein, die sich in der Bankposition gegen einfaches auf-den Rücken-drehen verteidigen und stoppt die Zeit, bis die Aufgabe gelöst wurde.
Oder anders herum! Oder Gürtel klauen im Boden auf Zeit. Oder Befreiung aus Haltegriff.
Vorher kleines Briefing bez. Regeln und ab dafür.

... nur ein paar Ideen ;-)

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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von Baumstamm » 20.07.2017, 16:19

Stellt ein paar Judokas in unterschiedlichen Größen/Alter/Gewicht aus dem Verein, die sich in der Bankposition gegen einfaches auf-den Rücken-drehen verteidigen und stoppt die Zeit, bis die Aufgabe gelöst wurde.
Oder anders herum! Oder Gürtel klauen im Boden auf Zeit. Oder Befreiung aus Haltegriff.
Vorher kleines Briefing bez. Regeln und ab dafür.
Schöne Idee, danke.
Wahrscheinlich aber nicht machbar, da es bei erwarteten 120 Teilnehmern eine enorme Belastung für mein Judokas wäre. Ich hab, wenn überhaupt, nur 5 zu Verfügung. :crybaby

Aber ich werd mal mit der Grundidee herumbasteln.
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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von s.Olli » 20.07.2017, 16:52

Vielleicht wäre ein "Wettlauf" (natürlich ohne Schuhe) im einseitigen Kniestand (ähnlich wie es Tori in der Katame-no-kata ausführt) eine Möglichkeit, viele Nicht-Judoka auf die Matte zu bringen. Nennt das dann einfach Knie-Schleifen, was die Sache ziemlich gut beschreibt und ihr habt sogar einen witzigen Namen, der das Ganze interessant machen könnte. ;) Den Bezug zum Judo herzustellen, sollte dann ja kein Problem sein. Ihr könntet vor eurem Wettkampf die Zeremonie des Angrüßens im Sitzen und einen Teil der Katame-no-Kata oder besser eine selbst zusammengestellte darauf ausgerichtete kurze Kata demonstrieren und erklären. Ihr wollt ja bestimmt nicht einfach nur dabei sein und mitmachen, sondern Judo tatsächlich interessant präsentieren.

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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von Peter el Gaucho » 20.07.2017, 17:47

Hallo Baumstamm,

seit Jahren mache ich zum Sommerfest einer Grundschule ein Spiel, dass dort ein Klassiker geworden ist und die Kínder jedes Jahr ganz wild darauf sind. Das kannst du auch gut für Spiel ohne Grenzen machen. Das Spiel heißt "pelota loca" oder "verrückter Ball" oder "crazy ball" ... je nach Geschmack.

Du legst Judomatten mit einer Fläche von 5m x 5m aus. Um diese Matte herum kommt eine Absperrung mit einem Seil, damit niemand über die Matte rennt. In die Mitte stellst du diesen großen aufblasbaren Ball, den man auch "Swiss ball" oder "Gymnastikball" nennt. Ich habe einen mit einer Höhe von 80cm.
Dann bindest du einem Kind einen Judogürtel um und setzt das Kind auf den Ball drauf. Es sitzt auf Knien und Händen auf dem Ball. Mit einer Hand hältst du das Kind am Gürtel fest (Rückenseite,) damit es nicht gleich wieder vom Ball herunter fällt. Die Aufgabe des Kindes ist es, nun max. 10 Sekunden das Gleichgewicht auf dem Ball zu halten, d.h. nicht herunter zu fallen. Ist das geschafft, dann bekommt es als Preis ein Schokolädchen oder sonst etwas. Da die Aufgabe nicht leicht ist, "hilft" man etwas nach, damit die Kínder es doch irgendwie schaffen. Fällt es runter, dann fällt es auf die weichen Judomatten und nichts ernsthaftes passiert. Auch einige Lehrer trauen sich und wollen es jedes Jahr versuchen zum Spaß der Kínder und Kollegen.

Du brauchst: einen Erwachsenen am Ball und zwei Helfer am Rand, die den Kindern die Judogürtel anziehen und wieder ausziehen. Die Kínder bilden eine Schlange und jeder kommt so dran. Diese drei haben natürlich Judoanzüge an, damit es richtig nach Judo aussieht. Es hat auch etwas mit Judo zu tun: das Gleichgewicht suchen und halten. Auch im Training machen wir das häufig. Die Kínder an der Grundschule, die Judokas sind, führen das auch ganz stolz vor, weil sie es im Training oft geübt haben.

Da Allerwichtigste ist: der Spaß und mit Judo in Berührung zu kommen. Es geht nicht darum, Sekundenrekorde zu erreichen oder zu brechen. Der Helfer am Ball hilft oft unauffällig mit, damit die KInder zu ihrem Erfolgserlebnis kommen. Das ganze ist auch Judowerbung mit der Einladung, dass die Kínder das auch im Judotraining fortsetzen können.

Probiere das doch einfach mal aus. Es macht wirklich viel Spaß.

Grüße!


P.S. Falls du mehr Details wissen möchtest, dann schicke mir eine PN.
"Beklage dich nicht über die Dunkelheit. Zünde eine Kerze an." (Konfuzius)

Holger König
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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von Holger König » 20.07.2017, 23:29

Wenn geeignete Hilfsmittel (Wurfpuppe, Kraftmesser usw.) vorhanden oder beschaffbar sind, kann man einen Parkour aufbauen, bei dem judotypische Übungen mit Gerät zu absolvieren sind. Punkte können auf Zeit bzw. nach Wiederholungen, bei einem Kraftmesser an der Kraft bei Wurfansatz-Übungen vergeben werden.

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Re: Spiel für Spiel ohne Grenzen?

Beitrag von Fritz » 23.07.2017, 12:08

Wenn es darum gehen soll Judo in einem Spiel zu repräsentieren,
kommen doch eigentlich nur Rauf- und/oder Zweikampfspiele in Betracht?
Und bei nicht des Fallens kundigen Leuten hauptsächlich irgendwas am Boden ...
Der Klassiker ist da einfach mal "Schildkröten-Umdrehen" (ok. könnte auch vom Ringen kommen)
Oder ihr macht "Gürtel-Klau-Randoris": Entweder normal Gürtel um den Bauch oder etwas lustiger um die Füßgelenke.

Evt. könnt ihr auch, halbwegs weiche Matten vorausgesetzt, sowas wie eine jap. Turnier machen mit Sumo-Regeln machen, also einen Kreis aus Judo-Gürteln
legen, den Teilnehmern Judogürtel (wie sie dann auch anfassen sollen) umbinden und wer rauslatscht oder mit etwas anderem als den Händen den Boden berührt, hat verloren.
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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