"Das Spiel ohne Namen"

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MoeZarella
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"Das Spiel ohne Namen"

Beitrag von MoeZarella » 19.05.2016, 23:36

Hallo,

Da wir den eigentlichen Namen des Spiels nach langer Zeit vergessen hatten, ist es mittlerweile unter diesem Namen bei uns im Verein bekannt. Das Spiel geht folgendermaßen:

Ein Spieler befindet sich in Rückenlage, der andere kniet zwischen dessen Beinen (normale Situation in einer Rückenlage eben). Ziel von beiden ist es nun, den anderen in einen beliebigen Haltegriff zu nehmen. Erlaubt ist alles, was halt judotechnisch nicht verboten ist. Wenn ein Spieler aus dieser Rückenlage entkommen sollte und keinen Haltegriff einnimmt bzw einnehmen kann, startet die Runde von neuem.
Dieses Spiel kann man auch durch verschiedene Handicaps oder andere Übungen (Hebel, Würger,...) anpassen und variieren.

Das Spiel klingt zwar so ziemlich plump, macht aber unheimlich Spaß und ist gerade bei den Kleinen ein guter Einstieg für das Thema "Rückenlage".

Ich hoffe, dass ihr mit dem Spiel was anfangen könnt.
~Moe

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Fritz
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Re: "Das Spiel ohne Namen"

Beitrag von Fritz » 20.05.2016, 00:06

Bei uns heißt so etwas "Bodenrandori"
bzw. "Bodenrandori mit festgelegter Ausgangsposition"

;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: "Das Spiel ohne Namen"

Beitrag von JudoSakura » 20.05.2016, 22:05

Wir machen etwas ähnliches und das heißt "Kreuz-Randori".

Uke liegt auf dem Bauch und streckt seine Arme weit aus. Tori liegt ebenfalls auf dem Bauch und zwar auf dem Rücken von Uke. Beide liegen so aufeinander, dass ihre Körper ein KREUZ bilden, daher der Name.
Uke hat nur eine Aufgabe und zwar soll er aufstehen und sich auf seine beiden Füße stellen. Tori hat die Aufgabe genau das zu verhindern und Uke mit einer Bodentechnik am Boden zu kontrollieren: Haltegriff, Hebel oder Würge. Je nach dem wer seine Aufgabe zuerst erledigt, bekommt einen Punkt. Und dann werden die Rollen getauscht und das Spiel bzw. Aufgaben-Randori beginnt von vorne.

Dieses Spiel bzw. Aufgaben-Randori ist für alle geeignet. Ganz besonders ist es für Anfänger im Judo geeignet. Uke muss nichts können, als nur aufzustehen. Tori soll nur einen einzigen Haltegriff können. Es ist klar, dass Totalanfänger keine Hebel und keine Würgen machen. Aber es ist ein Bodenrandori, bei dem Anfänger sofort mitmachen können.

Auf der einen Seite haben die Kids ziemlich viel Spaß dabei und kapieren die Aufgabe sehr schnell. Es ist ja auch sehr unkompliziert!! Auf der anderen Seite bei den Erfahrenen geht es um ganz wesentliche Aufgaben. Die sog. "Unterlage" soll verlassen werden und umgekehrt die "Oberlage" soll genutzt werden für eigene Zwecke. Das ist in einem Judokampf immer eine ziemlich wichtige Fertigkeit.

Bei den kleinen Kindern nennen wir das "Spiel" und sie nehmen das auch so wahr. Bei den Erfahrenen und den Älteren nennen wir das "Aufgaben-Bodenrandori" und auch sie fassen das auch so auf.

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Re: "Das Spiel ohne Namen"

Beitrag von MoeZarella » 21.05.2016, 00:40

Coole Sache, gibt es bestimmte Kniffe wie Uke am besten aufstehen kann? Also dürfen sich die Kämpfer "frei" bewegen oder muss Tori aif dem Bauch auf Uke drauf bleiben oder darf er sich beispielsweise hinknien und Uke umdrehen?
Hoffe du verstehst meine Frage :D ~Moe

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Re: "Das Spiel ohne Namen"

Beitrag von JudoSakura » 22.05.2016, 15:27

Tori und Uke dürfen machen was sie wollen. Es gibt keinerlei Reglementierung.

Bei einem normalen Bodenrandori ist Uke in dem Sinne kooperativ, dass er am Boden bleibt. Aber hier haben wir eher die reale Kampfsituation, dass der Judoka in der Unterlage diese verlassen will und auch aufstehen will, damit der Kampfrichter den Bodenkampf beendet. Also Tori wird bei diesem Spiel oder Randori (egal wie man das nennen will) sich ziemlich was einfallen müssen, Uke unter Kontrolle zu halten, damit er überhaupt seine abschließende Bodentechnik anwenden kann. Genau das ist hier das "Salz in der Suppe", was den Kindern und den Erwachsenen viel Spaß macht. Probiere es aus und du wirst sehen, dass es nicht einfach ist.

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