Tutor und Judo

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Fritz
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von Fritz » 24.01.2019, 13:12

tutor! hat geschrieben:
24.01.2019, 10:35
Man kann es aber nicht oft genug sagen: es gibt eine Aufgabenteilung zwischen dem DJB und den Landesverbänden. Der DJB ist dabei für länderübergreifende Maßnahmen zuständig, die insbesondere den Leistungssport betreffen.
Ich glaube, daß solltest Du dann aber regelmäßig in Richtung DJB formulieren. Bzw. ganz so stimmt es ja inzwischen dann doch nicht ... ;-)

Wenn ich an die Diskussionen bzgl. Wettkampf-Lizenz denke, welche wohl extra dafür gemacht wurde, daß der DJB einen juristischen "Durchgriff" auf die Athleten erhält oder
daß sich der DJB die Prüfungsordnungen auf den Tisch gezogen hat, inklusive Bezug der Prüfungsmaterialien - ach ja bei den Judopässen ist die Aufgabe der LVs doch inzwischen auch eher nur
die Kenntnisnahme - Druck u. Versand sind zentralisiert, früher gab es beim LV Leerpässe ...
Dann erfindet der DJB ja auch gern Breitensport-Aktionen: also Safaris, Pentathlon, Sportabzeichen, Ippon-Gören, Kraft-Buben oder die Ausbildungen wie SV-Lehrer u. Trainer-B "Gewaltprävention".

Also alles Sachen, welche an sich nicht viel mit dem Leistungssport zu tun haben ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

tutor!
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von tutor! » 24.01.2019, 13:36

Ich könnte die Liste sogar noch deutlich verlängern, z.B. um die Sommerschule, „Judo and More“ oder den Tag des Schulsports. Denn der DJB ist durchaus sehr aktiv und bemüht auch außerhalb des Spitzensports, auch wenn das oft nicht gesehen wird.

Dabei handelt es sich aber oft um Konzepte und Materialien, die der DJB erarbeitet und zur Verfügung stellt und die dann aufgegriffen, genutzt und in konkrete Maßnahmen VOR ORT überführt werden müssen.

Beispiel „Ippon Girls“: Der DJB sorgt für ein Label, für entsprechende Referentinnen aus der Nationalmannschaft, aber es bedarf eines Veranstalters, der einen Lehrgang vor Ort umsetzt. Die Anzahl der Maßnahmen ließe sich sicherlich steigern - was ich für gut finden würde - jedoch liegt das weniger in der Hand des DJB, sondern in der Hand örtlicher Organisatoren.

Anderes Beispiel: Für die Trainer C und (teilweise) Trainer B-Ausbildung stellt der DJB ein Rahmenkonzept (nach Vorgaben des DOSB), die konkrete Umsetzung in Aus- und Fortbildung übernehmen die Landesverbände.

Ein Problem ist sicherlich, dass einige Landesverbände viel zu klein sind, um die wünschenswerten Aufgaben wirklich umzusetzen. Rheinland, Pfalz und Saarland sind drei getrennte Landesverbände, ebenso Baden und Württemberg. In Bremen (einschl. Bremerhafen) leben jeweils weniger Menschen (oder ungefähr gleich viele) wie in den vier größten Stadten in NRW (Köln, Essen, Dortmund, Düsseldorf). trotzdem ist Bremen ein eigener Landesverband. Diese Strukturen sind teilweise noch historisch und hängen sehr stark mit unserem föderalen System zusammen. Die kleinen Landesverbände müssten z.B. viel mehr zusammenarbeiten und übergreifende AGs bilden. Ansonsten ist die Personaldecke für die Vielfalt der Aufgaben zu dünn.

Man kann über vieles diskutieren, aber man sollte nicht die Schwächen einiger Landesverbände dem DJB anlasten. Der kann Männchen machen so lange er will - wenn die LVe nicht mitziehen, werden die Maßnahmen nicht bei den Vereinen ankommen.
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)

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