Mit Judoprinzipien sein eigenes Leben erfolgreicher führen

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Peter el Gaucho
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Mit Judoprinzipien sein eigenes Leben erfolgreicher führen

Beitrag von Peter el Gaucho » 02.11.2018, 16:24

Sinn des Judotrainings nach Jigoro Kano war es nicht, nur die Ausführung von Judotechniken zu erlernen und damit auf Turnieren Medaillen zu gewinnen.
Sinn des Judotrainings ist es, im Dojo die Judoprinzipien zu studieren, damit man sie außerhalb des Dojos im Privat- und im Arbeitsleben zur Mehrung der eigenen und der allgemeinen Wohlfahrt anwenden kann.

Heute möchte ich vorschlagen, diesen Diskussionsfaden neu einzurichten zwecks Sammlung von vielen konkreten, individuellen Anwendungsbeispielen, wie Judoka bereits die Judoprinzipien verwendet haben, um ihr eigenen Leben außerhalb des Dojo besser zu organisieren und mehr persönliche und gesellschaftliche Wohlfahrt erreichen konnten.
Dieser Diskussionsfaden soll dabei helfen, zum einen die Judoprinzipien anschaulich zu konkretisieren und zum anderen viele motivierende Anwendungsbeispiele vorzustellen, die die Teilnehmer dieses Diskussionsforums nachahmen können.

Es gibt bereits genug Worte darüber, dass man grundsätzlich Judoprinzipien im Berufsleben, im Familienmanagement, in der Schulbildung, in Projektgruppen, in, in, in …. anwenden kann. Das ist alles bekannt. Hier soll das Bekannte nicht wiederholt werden, sondern es geht um eine Sammlung beispielhafter Konkretisierungen durch bereits erfolgte Anwendungen. So lernen wir alle gemeinsam ganz im Sinne von „ji-ta-kyo-ei“.
"Beklage dich nicht über die Dunkelheit. Zünde eine Kerze an." (Konfuzius)

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BEISPIEL: „Sei-ryoko-zen-yo“ für die Selbstorganisation.

Beitrag von Peter el Gaucho » 02.11.2018, 16:32

Das Judoprinzip „Sei-ryoko-zen-yo“ eignet sich hervorragend für die Selbstorganisation im Arbeits- und Familienmanagement.

Es wird oft inhaltlich gedeutet mit „dem bestmöglichen Einsatz von Körper und Geist“.
Es gibt aber darüber hinaus auch noch zahlreiche weitere Anregungen, die man aus diesem Prinzip als logische Konsequenz ableiten könnte, wie man sich verhalten sollte:
( 1 ) Nur so viel Kraft und Energie aufwenden, wie unbedingt nötig ist, um mit den eigenen persönlichen körperlichen und
geistigen Gegebenheiten ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
( 2 ) Man soll sich beim Üben (der Judotechniken) auf die wirksamsten Mittel beim Werfen, Biegen und Verdrehen konzentrieren
und nicht nur vorgemachten Handlungsabläufe (Form einer Wurftechnik) bloß kopieren und wiederholen.
( 3 ) Das Ausprobieren und Lernen dient der schrittweisen Selbstperfektionierung („Jeden Tag ein bisschen besser werden.“) in der
Alltagsbewältigung, d.h. der positiven Weiterentwicklung von Individuen und Gruppen.
( 4 ) Wir sollen und sowohl effektiv (= „die richtigen Dinge tun“) als auch effizient (= „die Dinge richtig tun“) handeln, wobei der
Effektivität der zeitliche Vorrang eingeräumt wird.
( 5 ) Selbstperfektionierung bedeutet „Spezialisierung in der Tiefe“ und weniger „Diversifizierung in der Breite“ der Fähigkeiten,
damit man sich auf die wirklich wirksamsten Mittel konzentrieren kann.

Genau diese Anregungen aus dem Judo habe ich selbst angewendet auf mein Leben als selbständiger Berufstätiger und in meinem Familienmanagement, als ich merkte, dass ich meine Zeit- und Selbstorganisation dringend verbessern musste, weil ich schleichend immer unproduktiver wurde. Die Massen an Büchern, Videos und Kursen zum Thema Zeit- und Selbstorganisation haben mir nicht geholfen, weil die vielen vorgeschlagenen Methoden mich vor eine zu schwierige Auswahlentscheidung gestellt haben.
Dann habe ich das Judoprinzip „Sei-ryoku-zen-yo“ genommen und damit die eigenen wirksamsten Leitlinien für die Selbstorganisation bestimmt:
( 1 ) Die vorhandene Arbeitszeit soll nutzbringend verwendet werden (Gegenteil: Zeit verplempern durch schlechte
Gewohnheiten) und auch nur so viel Zeit zur Aufgabenerledigung gebraucht werden, wie wirklich dafür notwendig ist
(Gegenteil: Parkinson-Prinzip).
( 2 ) Konzentration auf die wirksamsten Mittel, d.h. die Handlungen auswählen und in der Wochen-/Monats-Planung die Priorität
geben, mit denen man am schnellsten das gegebene Ziele erreichen kann.
( 3 ) Keine Staus bei der Erledigung der Aufgaben entstehen lasse, weder bei sich selbst noch bei denen, die einem zuarbeiten.
( 4 ) Keine verzögerte Wahrnehmung von wichtigen Ereignissen im eigenen (Arbeits-) Umfeld und auch keine fehlende Reaktion
nach deren Wahrnehmung tolerieren.

Nachdem diese „Leitlinien“ bei der eigenen Zeit- und Selbstorganisation gesetzt waren, war es ein nun ein leichter Schritt, die wenigen Organisationsmittel auszuwählen, die genau diesen Leitlinien entsprechen und diese in der realen Arbeits- oder Familienorganisation wirksam realisieren. Es gab nicht mehr eine Masse an Organisationsmitteln, sondern nur noch eine schlanke Auswahl von wenigen sehr wirksamen Organisationsmittel, die genau meinen körperlichen und geistigen Voraussetzungen entsprachen, damit ich meine Ziele mit einem bestmöglichen Einsatz von Körper und Geist erreiche kann.

Jetzt machte ich meine Zeit- und Selbstorganisation als Judoka mit meinen eigenen Erfahrungen aus dem Judotraining. Dieses Gefühl war ungemein selbstmotivierend bei der Planung, der Umsetzung und auch bei der ständigen Weiterentwicklung der persönlichen Zeit- und Selbstorganisation.

Das war ein Anwendungsbeispiel aus meinem eigenen Leben. Vor ca. einem Jahr habe das gemacht und gebe es als Anregung gerne weiter.

Peter el Gaucho
"Beklage dich nicht über die Dunkelheit. Zünde eine Kerze an." (Konfuzius)

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